Linux auf Sony Vaio SZ61MN

Einleitung und Installation
Auf dieser Seite gibt es einen kleinen Überblick zur Installation und Betrieb von Arch-Linux auf einem Sony Vaio SZ61MN.

- Installation
- Xorg.conf
- Sound
- WLan
- Weiteres
- Lösung für dir Hintergrundbeleuchtung

Bei Fragen und Anregungen schreibt mir bitte einfach eine E-Mail! Die Adresse findet ihr im Impressum!

Mit einer aktuellen Install-CD von www.archlinux.org wird das Notebook gebootet. Der Installationsdialog ist weitestgehend selbsterklärend. Die Partitionierung muss jeder für sich entscheiden. Falls das vorinstallierte Windows draufbleiben soll, empfiehlt es sich vor der Installation mittels einer gparted-LiveCD die Partitionen zurechtzurücken.

Die Einrichtung einer grafischen Oberfläche ist sehr simpel, es müssen lediglich die Pakete xorg, gnome, gnome-extras installiert werden.
pacman -Sy xorg gnome gnome-extras
Alle benötigten Pakete werden mitinstalliert. Danach kann der Gnome Desktop Manager GDM in die rc.conf eingetragen werden.
Dazu einfach in die Daemon Liste am Ende gdm eintragen. Beim nächsten Neustart sollte dann die grafische Oberfläche starten.


Xorg.conf
Eines der herausragendsten Merkmale des Notebooks ist die umschaltbare Grafiklösung. Mittels einem kleinen Schiebeschalter lässt sich zwischen Intel X3100 und Nvidia 8400M GS umschalten. Das bringt natürlich nicht nur Vorteile mit sich, die Einrichtung ist etwas aufwändiger als der Betrieb mit einer einzelnen Grafikkarte.

Theoretisch ist es möglich, ganz auf einem xorg.conf Datei zu verzichten. Dann müssen allerdings die Pakete xf86-video-intel und nvidia sowie nvidia-utils installiert sein. Rudimentär funktionieren dann beide Betriebsmodi, allerdings installiert das Paket nvidia-utils ein eigenes GLX Modul. Dadurch fehlt jegliche 3D-Beschleunigung wenn die Intel-Grafik verwendet wird. Ausserdem ist es ohne xorg.conf nicht mehr sinnvoll möglich z.B. das Touchpad zu konfigurieren. Auf der Homepage von Kai Ruhl ist ein kurzes Skript vorgestellt, das je nach verwendeter Grafikkarte eine eigene xorg.conf verwendet und auch die 3D Beschleunigung entsprechend einrichtet. Mit ein paar kleinen Änderungen ist das auf Ubuntu gemünzte Paket auch unter Arch verwendbar. Als Vorbereitung muss der Rechner einmal mit der NVidia Grafik und einmal mit der Intel Grafik gestartet werden. Dabei wird jedesmal mit
Xorg -configure
eine xorg.conf Datei erzeug und nach /etc/X11/xorg.conf.intel und xorg.conf.nvidia kopiert. Dann wird folgendes Skript erzeugt:
#!/bin/sh
VIDEO=`/usr/sbin/lspci | grep -c nVidia`
if [ "$VIDEO" = 1 ]; then
  echo "Sony Vaio SZ61MN: Changing to nVidia graphics."
  cp -f /etc/X11/xorg.conf.nvidia /etc/X11/xorg.conf
  LIBGL=`pacman -Q | grep -c libgl`
  NVIDIA=`pacman -Q | grep -c nvidia-utils`
  if [ "$LIGBL" = 1 ]; then
    pacman -Rd --noconfirm libgl > /dev/null
  fi
  if [ "$NVIDIA" = 0 ]; then
    pacman -S --noconfirm nvidia-utils > /dev/null
  fi
else
  echo "Sony Vaio SZ61MN: Changing to Intel graphics."
  cp -f /etc/X11/xorg.conf.intel /etc/X11/xorg.conf
LIBGL=`pacman -Q | grep -c libgl`
  NVIDIA=`pacman -Q | grep -c nvidia-utils`
  if [ "$NVIDIA" = 1 ]; then
    pacman -Rd --noconfirm nvidia-utils > /dev/null
  fi
  pacman -S --noconfirm libgl > /dev/null
fi
Dieses Skript wird nach /etc/rc.d/ kopiert und dann noch in die /etc/rc.conf in der Daemons Liste eingetragen. Über lspci wird beim Booten festgestellt welche Graifkkarte im Betrieb ist und die entsprechende xorg.conf wird an ihre Position kopiert. Damit auch die 3D Beschleunigung funktioniert werden jeweils die richtigen Pakete für die glx Erweiterung installiert. Damit funktioniert das automatische Umschalten bei mir tadellos. Falls es bei irgendwem zu Problemen kommt, schreibt mir eine E-Mail, die Adresse findet ihr im Impressum.

Damit ist die Konfiguration in der xorg.conf fast komplett. Lediglich die Einstellung für das Touchpad müssen noch vorgenommen werden. Dazu müssen an beiden (!) xorg.conf Dateien folgende Einträge ergänzt werden. In der Sektion "Server Layout":
InputDevice "Touchpad" "SendCoreEvents"
In der Sektion "Module":
Load "synaptics"
Und anschliessend wird eine neues Eingabegerät angelegt indem folgender Code eingefügt wird.
Section "InputDevice"
   Identifier "Touchpad"
   Driver "synaptics"
   Option "Device" "/dev/input/mouse0"
   Option "Protocol" "auto-dev"
   Option "LeftEdge" "30"
   Option "RightEdge" "1000"
   Option "TopEdge" "50"
   Option "BottomEdge" "730"
   Option "FingerLow" "25"
   Option "FingerHigh" "30"
   Option "MaxTapTime" "180"
   Option "MaxTapMove" "220"
   Option "VertScrollDelta" "100"
   Option "MinSpeed" "0.25"
   Option "MaxSpeed" "0.8"
   Option "AccelFactor" "0.0090"
   Option "SHMConfig" "true"
EndSection
Die Werte in diesem Abschnitt sind allerdings genau auf mein Notebook zugeschnitten und noch nicht perfekt. Auslesen kann man die entsprechenden Werte mit
synclient -m 1
Dadurch wird auf der Konsole jede Änderung am Touchpad ausgegeben, dadurch kann man sehr schnell die Werte für die Begrenzungen finden.


Sound
Im Gegensatz zu meinen vorherigen Notebooks hat bei diesem der Sound out-of-the-box funktioniert. Mit dem Gnome-eigenen Hotkey-Einstellungsdialog kann man auch sehr komfortabel die Hotkeys zuweisen.

-- UPDATE -- Mir ist gerade erst aufgefallen, das der Kopfhörerausgang nicht funktioniert. Beheben lässt sich das indem man in der Datei /etc/modprobe.d/sound folgende Zeile einfügt
options snd-hda-intel model=vaio
Nach einem Neustart funktionierte bei mir der Ausgang dann einwandfrei. Auch das automatische Abschalten der eingebauten Lautsprecher klappt.


WLan
Eines vorweg: Wenn man auf dem Notebook mit Windows gearbeitet hat und dort mit dem Sony-Tool softwareseitig das WLan Modul deaktiviert hat, ist es unter Linux nicht so einfach möglich eine kabellose Verbindung herzustellen.
Anstelle des automatisch installierten WLan Treibers habe ich das ipw3945d Paket verwendet, damit gibt es bisher auch keine Probleme. Wie man seine Netzwerkverbindungen managed bleibt jedem selbst überlassen. Ich persönlich nehme dafür den Network-Manager. Eine ausführliche Installationsanleitung findet sich hier.


Weiteres
Leider gibt es neben viel Licht auch ein klein wenig Schatten. So ist das Notebook unter Linux bei weitem nicht nicht ganz genau so stromsparend wie unter Windows. Das CPU-Throtteling lässt sich nach der Anleitung im Arch-Wiki sehr einfach einrichte. Ebenfalls dort im Wiki findet sich eine Anleitung für die eingebaute Kamera.

Was ich jedoch nicht lösen konnte ist die fehlende Steuerung für die Hintergrundbeleuchtung. Alle im Netz auffindbaren Anleitungen bezüglich sonypi oder sony_acpi funktionieren leider nicht. Wer da eine Lösung findet darf sich gerne melden. Weiterhin habe ich die eingebaute Kamera noch nicht eingerichtet, allerdings nur weil ich sie nicht benutze. Auf der eingangs genannten Homepage, von der ich auch das Grafikkarten-Umschalt Skript habe, gibt es eine Lösung dafür.

Für die Hintergrundbeleuchtung gibt es einen Workaround, der weiter unten beschrieben ist.


Lösung für dir Hintergrundbeleuchtung
Mit freundlichen Unterstützung duch die linux-acpi mailin-list und Mattia Dongili, Maintainer des sony-laptop Kernel Moduls, bin ich auf einen Workaround gestoßen, der zumindest im Betrieb mit der Intel-karte das Ändern der Hintergrundbeleuchtung ermöglicht!

Beschrieben ist das ganze hier! Und für meinen Fall beschränkte es sich auf das Ausführen des folgenden Befehls:
xrandr --output LVDS --set BACKLIGHT_CONTROL native
Danach lässt sich die Hintergrundbeleuchtung mit
xbacklight -set value
auf einen beliebigen Wert zwischen 0 und 100 einstellen. Allerdings führen Werte unter 6 dazu das sich der Bildschirm abschaltet. :)

Entgegen der Beschreibung in der oben angegeben Quelle habe ich den Befehl in den Gnome-Sitzungsmanager eingetragen, er wird dann bei jeder Gnome-Anmeldung ausgeführt, das ist zwar sicherlich keine elegante Lösung aber es funktioniert. Ich werde mich jetzt daran machen ein Skript zu entwickeln mit dem man die Stromsparfunktionen und auch die Hintergrundbeleuchtung kontrollieren und einstellen kann!

Ich hoffe das ich bald auch eine gültige Lösung für die NVidia Karte habe und das vieleicht bald die entsprechenden Patches im Kernel Einzug erhalten, das die Workarounds nicht mehr nötig sind.